Vizeweltmeister bei der 24-Stunden-Rad-WM 2000 in Davenport/Iowa Sept.2000

Der Amerikaner Danny Chew war an diesem Tag nicht zu besiegen, das unterstrich der 38-jährige mit einer eindrucksvollen neuen WM-Bestleistung von 810km. Damit löst er Wolfgang Fasching als Weltmeister ab.
Mein 2.Platz war mehr als ich erwarten durfte, besonders da ich mit 778km einen neuen Österreichischen Rekord aufstellte. Faschings Rekord mit 776km hab ich dabei so nebenbei überboten.
Der in der Extrem-Radler-Szene völlig unbekannte Italiener Dotto fuhr ein konstantes und beeindruckendes Rennen. Erst nach 21 Stunden verlor er den Kontakt zu mir und fuhr seinen 3.Platz sicher nach Hause.
Der 2.Österreicher im Feld, Franz Venier aus Tirol fuhr stark und konnte als 4. die "Race Across America"-Veteranen Buckley und Kish auf Distanz halten.
Die RAAM-Finisher bestimmten trotzdem mit den Rängen 1, 2, 5 und 6 den Rennverlauf. Nur Mark Patten versagte als einziger RAAM-erprobter mit Rang 31.

1. Danny Chew USA 508 miles

2. Herbert Meneweger AUT 483,432 miles

3. Ivan Dotto ITA 471 miles (Qualified for RAAM 2001)

4. Franz Venier AUT 466 miles (Qualified for RAAM 2001)

5. Tom Buckley USA 454 miles

6. Rob Kish USA 452 miles

7. Dan Jordan USA 444 miles (Qualified for RAAM 2001)

8. Randy Van Zee USA 433 miles

9. Arvid Loewen CAN 415 miles

10. Jerry Sears USA 406 miles(Qualified for RAAM 2001 age 60)
Thomas Miller USA 406 miles

Geschichte des Rennens:
Seit 11 Jahren am selben Ort, seit 1996 als WM

Veranstalter:
UMCA (Ultra-Marathon Cycling Ass.), veranstaltet jährlich rund 50 Rennen (zB RAAM)

Strecke:
Durchwegs hügelig, 250km-Schleife zu Beginn, dann 25km-Runde x-mal.

Modus:
Einzelzeitfahren, gestartet wird im 10sec. Intervall, Sieger ist der mit den meisten absolvierten Runden, bzw. Kilometern innerhalb von 24 Stunden

Meine Betreuerteam:
Christiane Unterberger und Alex Aichner, beide sind "Race Across America"-erprobt

Rennverlauf:
"Eiskalter" Start um 6Uhr30. Schönes Wetter, allerdings windig, teilweise böig. 2 Stunden lang "Geplänkel" um die Spitze. Ich übernehme die Führung um meinen Rhythmus finden zu können. Dotto und Venier folgen mit geringem Abstand. Venier fällt nach 6 Stunden zurück, Dotto versucht mich stundenlang zu zermürben. Wenn keine Offiziellen in der Nähe sind nützt er öfters verbotenerweise meinen Windschatten. Ich versuche mich nicht beirren zu lassen, weil ich meinen wirklichen Gegner Danny Chew 10 Minuten hinten mir kenne. Als ich nahe am verzweifeln über die Stärke von Dotto bin, zeigt er nach 9 Stunden eine erste Schwäche. Diese kann ich nutzen und schnell 5 Minuten Differenz erarbeiten. Doch er bleibt "dran". Außerdem spüre ich auch die ersten 300km langsam in meinen Beinen und Danny macht langsam seinen Rückstand wett. Der Ami schließt auf, erst nach 14 Stunden Fahrzeit muss ich Danny ziehen lassen. Bei Stunde 16, mitten in der Nacht von Samstag auf Sonntag versuche ich noch einmal in anzugreifen, muss nach 2 Stunden seine Überlegenheit aber anerkennen. Dotto liegt immer noch nur 15 Minuten hinter mir, eine gefährliche Distanz. Ich darf ihm keine Hoffnung mehr geben, ziehe kontinuierlich durch und erhöhe auf 30 Minuten. Er resigniert im richtigen Moment, denn 3 Stunden vor Schluss muss ich das einzige mal nach einem Speichenriss kurz vom Rad. Dieser kleine Bruch im Rhythmus reicht, dass extreme Knieprobleme auftauchen. Mit erheblichen Schmerzen, aber den Triumph vor Augen trete ich weiter und komme nach 24 Stunden auf 778 km. Wir liegen uns den Tränen nahe in den Armen, Christiane Unterberger, Alex Aichner und ich. Mein Team hat mich toll unterstützt, mir immer das richtige gereicht, immer die richtigen Worte parat gehabt - Vielen Dank!


 

...und bewege ich mich, so komme ich weiter....

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Sieg bei der Silberreiher-Trophy, 946km in 24 Stunden