MdS: zielstrebig zwischen Checkpoint 2 und 3 auf der 4.Etappe
Marathon des Sables Etappe 4

(9.11.2003) Endlich da: das 1. große deutschsprachige Buch vom MdS
Seit 1984 gibt es diesen einzigartigen Ultra-Marathonlauf, doch bisher hat es keiner geschafft die Hürden für ein großes Buch in deutscher Sprache zu überwinden. Siehe das Ergebnis im Shop.

Es hat sich ausgezahlt. Nach zähen Verhandlungen (glücklicherweise bin ich ausdauernd!), und vielen Stunden vor dem PC und beim Grafiker darf ich nun mit großem Stolz mein Buch vorstellen:
"Marathon des Sables - Die Grenze ist, wo die Vorstellungskraft endet"

„Marathon des Sables“: geschützte Wortmarke, mit freundlicher Genehmigung von AOI (Atlantide Organisation International)
Fotos: von Johann Fesl, Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von AOI

(15.4.2003) Es ist geschafft - durchgekommen beim "Marathon des Sables" (MdS).
Und das als sensationeller 28.

Es war ein Versuch, ein Abenteuer, Viele sagten eine Idiotie:
ich, der Radfahrer, plötzlich als Läufer unterwegs?! Meine Herausforderung war es zu sehen, inwieweit ich "mit dem Kopf laufen kann".

Die Anreise war schon ein Abenteuer, die letzten Kilometer mehr als 600 Männer und rund 70 Frauen aus 32 Ländern auf LKW-Ladeflächen zusammengepfercht, im Nichts in einem Bivak, nur mit Wasserrationen (nicht ausreichend um sich zu waschen), sonst völlig auf sich alleine gestellt, harter Boden, Sand, mit "irgendwelchen" (nur Kurt war mir gut bekannt) 7 ähnlich Verrückten unter der Plane der windigen Berberzelte (meiner Seel wurden wir ein Superteam! wie sehr ist mir jeder ans Herz gewachsen)...

Überraschend gut ging es mir bei Etappe 1 - über 25km 49. mit vollem Gepäck am Rücken.
Leider hatte ich schon an beiden großen Zehen satte Blasen - so was hatte ich im Training noch nie, auch nach 170km in der Woche...

Die 2. Etappe war vielleicht die schönste, 16 von 34 km verliefen durch die größten Dünen Marokkos - grandios. Ich versuchte meine Blasen zu schonen, trotzdem gelangte ich zum Ende der Etappe immer weiter nach vorne - je schwerer es wird, desto besser läuft es bei mir (woran das wohl liegt??? kugus :-) ), so blieb ich gesamt 49.
Meine Blasen waren jetzt sehr symmetrisch, schon häßlich zum Anschauen und sie begannen in der Nacht immer heißer zu werden. Doch in der reizvollen Umgebung und bei dem motivierenden Lagerleben ließ ich mir die Laune nicht vermiesen...

Auf der 3.Etappe (38km) wollte ich jedenfalls gesamt außerhalb der ersten 50. fallen, um auf der folgenden Königsetappe nicht erst zu Mittag mit den Superstars starten zu müssen. Allerdings brauchte ich gar nicht zu taktieren - mir ging es so schlecht, ich konnte kaum laufen, meine Zehen tobten, ca.90 Minuten angehender Sandsturm in einer öden Mondlandschaft machten mir erstmals auch mental zu schaffen. Am letzten Berg vorm Ziel überholte ich zwar 20, bergab verlor ich wieder 30 Positionen - speziell bergab schoben meine Zehen zu viel nach vorne, am liebsten wäre ich rückwärts gelaufen. Gesamt fiel ich auf Platz 69 zurück.
Im Ziel ging ich gleich zu den DocTrotters - dem Ärzteteam. Vorm Zelt öffnete ich die Verbände, es spritzte unter den Zehennägeln hervor, ich fiel hintenüber, die 10 Läufer die vor mir warteten ließen mich vor, sie konnten/wollten das nicht mehr mit ansehen (wenn sie geahnt hätten, was ich am nächsten Tag vollbrachte :-)). Die Ärztin tat was zu tun war - ich haßte sie anfangs dafür. Sie drückte auf die großen Zehennägel um alles rauszudrücken, beim rechten stieß sie noch mit einer Nadel unter den Nagel um alles heraus zu bekommen und das Desinfektionsmittel hinein...
Außerdem bekam ich Antibiotika verpaßt um vor einer Blutvergiftung zu schützen. Meine sportlichen Ziele waren dahin...

Die Königsetappe (4.Etappe über 82km) begann ich trotzdem motiviert, aber nach wenigen Meter zeigte sich das Faktum: ich konnte kaum gehen. In Kürze war ich um Platz 300 - bei den Fußmaroden (wohlgemerkt: die besten 50 starteten 3 Stunden hinter uns, diese muss man immer noch hinzuzählen). Doch dann besann ich mich und wollte nach vorne - plötzlich begann auch das Schmerzmittel zu wirken. Nach 12km bin ich ca. 110. Nach 24km schon 50.
Beim Checkpoint 3 nach 34km bin ich mit einer größeren Gruppe unterwegs, verlasse aber schon eilends als 4. diese Wasserausgabestelle. Ab jetzt ist jeder meist alleine unterwegs - ich kann mich endlich auf die Schönheit der Natur, und auf mich konzentrieren. Meine Kräfte wachsen, trotz dem sicher schwächenden Antibiotika-Einfluss. Bei Checkpoint 5 hole ich den führenden Engländer Toby Till ein. Auf dem ausgetrockneten Salzsee, von Basaltbergen und Dünen umgeben ("reizvoll" ist noch der mindeste Ausdruck - eigentlich unbeschreiblich schön) versuche ich ihn zum Mitlaufen zu motivieren, doch unsere Leistungskurven sind im Moment zu unterschiedlich. Die letzten 30km ziehe ich alleine voll durch, im Bewußtsein als erster das Ziel erreichen zu wollen, und den besten 50 die hinten nach kommen ordentlich etwas vorzulegen (9Std. 55Min.). Nur 12 (5 davon in meiner Klasse) von ihnen sollten dann schneller sein als ich. In der Gesamtwertung finde ich mich plötzlich auf Rang 27. Ich bin riesig stolz auf meine gelungene mentale Leistung...

Die 5. Etappe über 42km und die Abschlussetappe über 22km hab ich noch ordentlich zu kämpfen, kann aber einen 28. Gesamtplatz (12. in meiner Klasse) halten.
Danke speziell auch an Kurt Dannbauer, meinen treuen Gefährten, der mir besonders nach der 3.Etappe motivierend zur Seite stand. Er wurde bemerkenswerter 171...

Es gibt so viele Ebenen auf denen Bemerkenswertes und Einzigartiges passierte (Natur, Einheimische, Bivak, Team, Rennen, mental...), dass ich hier aus Platzgründen enden muss. Ich werde Vorträge machen (die noch besseren Dias von Johann Fesl hab ich hier gar nicht verwendet. Wer einen Vortrag in seiner Gegend organisieren will - bitte gleich bei mir melden - lass uns einen planen!).
Und vielleicht schreibe ich ja auch wieder ein Buch ...

zu einer ersten Auswahl von Fotos

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(1.4.2003) Abschied von Salzburg - Vorfreude auf das Abenteuer in der Sahara

Am Donnerstag 3.April fliegen wir von Frankfurt ab, am Sonntag 6. ist der Start zu unserem großen Abenteuer 2003 dem "Marathon des Sables" (MdS). Dazu noch einmal die Eckdaten:

* der härteste Laufevent der Welt
* auf Sand, Dünen und Felsen mit "route-book"
* Oasen und Sandstürme
* 6 Tage durch die Sahara, Einzeletappen mit Gesamtwertung
* 243 km auf sich allein gestellt, mit ca. 10kg Gepäck, Verpflegung, Kleidung, Schlafsack, Schlangenbissset, Kompass, Leuchtrakete...
* Königsetappe über 84 km nonstop durch die Wüstennacht

 

 

Die Devise lautet: Durchkommen!

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(10.2.2003) Die Wüste - meine neue "Freundin"

Schon beim "Race Across America" war ich 1999 im Flirt mit der Wüste. Mehr als 50 Grad in Californien und Arizona waren mein Begleiter. Und trotzdem hatte ich damals die Wüste noch eher "links liegen" gelassen, quasi verschmäht. Heuer gilt es, sich ihr echt zu stellen - sie wirklich zu durchqueren, als Selbstversorger, eine Woche lang, nur mit der Kraft meiner Beine und der Stärke meines Willens.

Deshalb hab ich die Wüste jetzt schon einmal für mein Training auf Gran Canaria bei Maspalomas besucht - unser erstes wirkliche Rendezvous. Und wir haben uns schon gut angefreundet, das wird kein one-night-stand, sondern eine gute Langzeit-Beziehung. Unser nächstes Rendezvous ist der Renneinsatz im April ("Marathon des Sables"). Wir sind guter Dinge. Für meine Füße habe ich mich aber entschieden, sie doch vor dem Wüstensand zu schützen mit speziellen Überschuhen - bei aller Liebe.

Runter geht's ja noch leicht, aber die Dünen hinauf ist Schwerstarbeit, mit grandioser Aussicht.

zu den Fotos

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(1.1.2003) 2003 im Zeichen des "Marathon des Sables" (MdS)

Nachdem ich beim Ironman 2002 so viel "Spaß" gehabt habe, hat mich eine neue Herausforderung zu "jucken" begonnen - einfach einmal einen großen Lauf zu absolvieren, mit einem erheblichen Abenteuer-Anteil. Dabei sind die Schilderungen von Kurt Dannbauer, dem Freund meiner Ex-Schwimmtrainerin Nicole, auf fruchtbaren Boden gefallen. Er hatte sich 2002 darauf vorbereitet, war aber wegen einer Fußverletzung nicht angetreten.
Für 2003 haben wir uns nun angemeldet und sind guter Dinge. Es ist zwar ein Einzelbewerb, wo jeder auf sich alleine gestellt ist, auch sein muss, sonst wird man sofort disqualifiziert, aber es ist einfach bei der Vorbereitung und beim Rennen selbst "lustiger" wenn man zumindest einen bekannten Gleichgesinnten um sich hat.

Die Eckdaten des "Marathon des Sables" (MdS):
* der härteste Laufevent der Welt
* auf Sand, Dünen und Felsen
* Oasen und Sandstürme
* 6 Tage durch die Sahara
* 243 km auf sich allein gestellt
* Königsetappe über 84 km
* durch die Wüstennacht

Die Vorbereitungen "laufen" - im wahrsten Sinn des Wortes - Anfang April wird es dann "ernst"

Race Across America - DAS schönste Buch davon
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Marathon des Sables. Bestseller.
Das einzige autorisierte deutschsprachige Buch zum MdS
Sieg auch in Österreich bei Extremradrennen
Sieg bei der Silberreiher-Trophy, 946km in 24 Stunden